Vor dem mit Spannung erwarteten Hartz-IV-Urteil des Bundesverfassungsgerichts haben Sozialverbände höhere Regelsätze vor allem für Kinder gefordert. Deren bisherige Festsetzung sei willkürlich, kritisierte Caritas-Präsident Peter Neher am Montag. Die Karlsruher Richter verkünden ihr Urteil am Dienstag.
Es gilt als unwahrscheinlich, dass das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe neue und höhere Regelsätze festlegt.
Es wird erwartet, dass sie die derzeitige Berechnungsmethode für verfassungswidrig erklären, wonach die Kinder-Regelsätze ohne eigene Bedarfsermittlung prozentual von den Erwachsenensätzen abgeleitet werden.
Am 20. Oktober 2009 hatte das Bundesverfassungsgericht über die verschiedenen Richtervorlagen verhandelt, in denen das Bundessozialgericht und das Landessozialgericht Hessen verfassungsrechtliche Zweifel insbesondere an der Berechnung der Sätze für Kinder angemeldet hatten.
Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass Karlsruhe neue und höhere Regelsätze festlegt. Wahrscheinlicher ist, dass eine Frist zur Neuregelung gesetzt wird, der dann ein eigener Bedarf der Kinder zugrunde liegen muss. Dabei wird dem Gesetzgeber wohl ein Spielraum bleiben.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) verlangte die Einsetzung einer unabhängigen Kommission, um zu einem transparenten Verfahren und zu wirklich bedarfsdeckenden Sätzen zu kommen. Kinder seien nicht einfach kleine Erwachsene, die mit einem willkürlich festgelegten Prozentsatz vom Regelsatz eines Alleinstehenden abgespeist werden dürften, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der „Passauer Neuen Presse“.
„Hartz IV-Regelsätze für Kinder sind Armutssätze“
„Die bisherigen Hartz IV-Regelsätze für Kinder sind Armutssätze“, erklärte auch die Linken-Bundestagsfraktion. Die Grünen verlangten die sofortige Anhebung der Sätze für Erwachsene auf mindestens 420 Euro und für Kinder und Jugendliche auf 280 bis 360 Euro pro Monat.
Das Erwerbslosen-Forum Deutschland kündigte Protestaktionen in zahlreichen Städten an und forderte die Betroffenen auf, noch rechtzeitig vor dem Urteil Überprüfungsanträge zu stellen, um Ansprüche zu sichern, sollte Karlsruhe die Regelleistungen auch für die Vergangenheit für grundgesetzwidrig erklären.
Die FDP verlangte eine umfassende Reform der Arbeitslosenunterstützung. Bundestagsfraktionschefin Birgit Homburger forderte laut „Bild“-Zeitung „ein Steuer- und Transfersystem aus einem Guss“ und mahnte die Einführung eines Bürgergeldmodells an. „Wir werden nach dem Urteil um Reformen nicht herumkommen“, wird Homburger zitiert. Es fehle der Anreiz, wieder eine reguläre Arbeit aufzunehmen. Die FDP wolle deshalb Änderungen bei den Hinzuverdienstgrenzen auf den Weg bringen.
Hartz-IV-Empfänger bemühen sich um Arbeit
Dagegen ergab eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), dass sich fast alle Hartz-IV-Empfänger ernsthaft um Arbeit bemühen. Von den Langzeitarbeitslosen unter 56 Jahre stünden 90 Prozent für eine Beschäftigung zur Verfügung, berichtete die „Frankfurter Rundschau“ unter Berufung auf die noch unveröffentlichte DIW-Studie. „Das Problem ist nicht die Arbeitsmoral“, fassen die Ökonomen ihre Bilanz zusammen.
ap
Kommentare
Hartz 4 Susi – 09.02.10
Die Erklärung ist doch ganz einfach:Hartz4 ist ein Verbrechen, ausgebrütet von einem Verbrecher und
umgestzt mit Hilfe des Exkanzlers und jetzigen Gaskoppes Schröder.
Ergo: Verbrechen-Verbrecher-Hartz 4 Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Hartz IV Idefix – 09.02.10
Ganz egal, was dabei herauskommt... Ich hoffe nur das Beste für die Regelsätze der Kinder! Es ist einfach eine Frechheit, das sich, und es ist ein Schimpfwort "Hartz IV", immernoch über den wegen Untreue und Begünstigung des VW-Betriebsratschefs verurteilten Peter Hartz, der zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, sowie eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen a 1600 € (insgesamt also 576.000 €). Er gilt damit als vorbestraft, namentlich definiert! Wie geht das denn? Wieso wird ein riesen Fehler im Zuge der "Agenda 2010" auch noch täglich immerwieder namentlich über einen verurteilten Verbrecher definiert? Kann mir das bitte mal jemand erklären? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben