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Kommentar zum Tarifkonflikt

Erspart uns diese Rituale!

Warnstreiks auf der einen, Nullrunden-Drohungen auf der anderen Seite: Die Tarifverhandlungen gehen ihren üblichen Weg. Zeit zum Umdenken. Ein Kommentar von NP-Lokalchef Sven Holle.

Verdi hat zum Warnstreik aufgerufen, rund 5000 in Hannover sind gefolgt.

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Hannover. Heute ist nicht alle Tage – ich komm wieder, keine Frage!“ Wenn Paulchen Panther launig sein erneutes Erscheinen ankündigte, fand man das früher noch ganz lustig. Bei Frank Bsirske und seiner Androhung von „Streik – Teil 2“ sieht das jetzt etwas anders aus. Natürlich ist Arbeitskampf kein Zeichentrickfilm, und wir sind alle längst erwachsen. Aber irgendwie wirkt das ganze Protestmarsch-Kundgebungs-Trillerpfeifen-Plastikwesten-Programm wie die verstaubte Vorabend-Unterhaltung von damals – alles schon mal gesehen und gehört.

Nicht dass wir uns falsch verstehen: Die Sorgen, Nöte, Wünsche und Forderungen der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sind mehr als berechtigt. Es drängt sich nur die Frage auf, ob man ihnen mit Aktionen wie gestern in Hannover wirklich Nachdruck verleiht.

„Rituale“ nennt es OB Stephan Weil. Und tatsächlich ist Arbeitskampf doch oft nicht mehr als „eine nach vorgegebenen Regeln ablaufende, meist formelle und oft feierlich-festliche Handlung mit hohem Symbolgehalt“ (Ritual laut Wikipedia).

Warum kann man eigentlich nicht konstruktiv verhandeln, ohne vorher auf der einen Seite warngestreikt und auf der anderen Seite nullrundengefordert zu haben? Glaubt wirklich jeder Gewerkschafter, dass man ohne Streik vom Arbeitgeber über den Tisch gezogen wird?

Warum gibt es auf beiden Seiten nicht mehr Bereitschaft zu flexibleren Lösungsansätzen? Mit ein bisschen mehr Mut zu neuen Strategien wird sicher nicht gleich alles rosarot – aber graue Tage wie der gestrige könnten uns damit vielleicht erspart bleiben.


25 000 im Warnstreik - Bsirske fordert Bewegung

Die Fronten im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes sind verhärtet. Verdi-Chef Frank Bsirske weist die Kritik der Bundesregierung an den frühen Warnstreiks zurück - und verteidigt in Hannover die hohe Lohnforderung.

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  • verdi Ein Mitglied – 10.02.10
    Ich will eigentlich nicht mehr Geld, lieber wäre es mir wenn noch Leute eingestellt werden würden, denn die Arbeit wird nicht weniger nur das Personal. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Mitfahrgelegenheit dodo – 10.02.10
    Wo ist die Solidarität geblieben?
    Hat denn niemand daran mal einen Gedanken verschwendet seine Mitbürger vielleicht mal mitzunehmen?(damals rote Punkt Aktion)habe beobachtet das fast jeder mit seiner "privat Blechwohnung"allein unterwegs war!Verstehe auch das Stau gejammere nicht.Aber es ist traurig aber wahr,jeder ist sich selbst der nächste.So ist es auch beabsichtigt, nur keiner merkt es.
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  • Verdi Hillary – 09.02.10
    Typisch ist, daß sich jeder, der nicht Verdi's Meinung ist, beschimpfen lassen muß. Gewerkschafter leben halt in einer Scheinwelt und sehen sich als geistige Elite. Der Report-Bericht über das Verhalten Verdi's als Arbeitgeber war hier wirklich sehr aufschlußreich. Wasser predigen und Wein trinken.

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  • ver.di-Streik in Hannover Winfried Mokrus – 09.02.10
    Bei der Wahl der anzuwendenden Mittel im Arbeitskampf hat sich die gewerkschaft ver.di möchtig verhoben. Die massive öffentliche Ablehnung des Streiks schadet der Gewerkschaft mehr als das sie nutzt.

    So diente der Streiktag gestern wohl auch nur der Motivation und Mobilisation der verdi-Gewerkschaftsmitglieder. Erstaunlich, das sich dennoch soviele vor diesen Karren spannen lassen.

    Ein positiver Aspekt bleibt: Endlich konnte man gestern in den Stadtteilen Groß-Buchholz und Bothfeld im Straßenverkehr gut vorankommen. Ohne Busse und Bahnen gab es auch deren unsinnige Vorangschaltung in den Kreuzungsbereichen der Podbielskistraße nicht. verdi sei Dank! Großartig! Gerne wieder!
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  • Kommentar zum Kommentar Klaus – 09.02.10
    Interessant, dass einerseits die Forderungen des öffentlichen Dienstes als berechtigt empfunden werden, der Weg dorthin aber nicht. Wie bitte, frage ich, sollten diese Forderungen denn durchgesetzt werden, wenn der "Tarif-Partner" noch nicht einmal zu einem Angebot bereit ist? Streiks sind nun einmal das einzige, wenn auch leider für die Bevölkerung lästige Mittel. Und das Dumme daran ist, dass der schwarze Peter natürlich immer auf denjenigen zurückfällt, der die Streiks durchführt, nicht auf denjenigen, der sie eigentlich verursacht. Mir wäre auch lieber, mein Müll würde turnusgemäß abgeholt und dafür lieber aus Protest vor das Rathaus gekippt, aber ich bezweifle, dass diese Maßnahme in diesem Lande rechtens ist (in Frankreich würde man da nicht lange fackeln!). Zumindestens aber würde es dann wirklich die Richtigen treffen!

    Seltsam ist auch, dass Politiker (und andere schmarotzende "Berufsgruppen") das Prozedere eines Streikes gar nicht nötig hätten, weil sie sich ihre Lohnerhöhung eh immer selber zuschustern. Dabei würde ein Streik der Politiker eigentlich gar nicht auffallen, sie machen ja seit etlichen Jahren sowieso kaum noch etwas...
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  • Streik Kein Mitglied – 09.02.10
    Genau, und weil die Hotelsubventionen sch.... sind, will ich auch eine Gehaltserhöhung! Nach mir die Sintflut. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Verdi ein Mitglied – 09.02.10
    Ihr könnt echt alle froh sein das wir hier nicht in Frankreich sind,dann würdet Ihr eine Woche auf Busse und Bahnen verzichten müssen.Man man wie kann man nur so engstirnig sein, Die Milliarden Steuergeschenke für Hotelbesitzer gelten im übrigen auch für Stundenhotels, ich finde das rückt das ganze mal in ein anderes licht, oder? ich denke mal das es dieses Jahr zu einem großen Streik kommen wird. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Rituale? Hansi – 09.02.10
    Peinlich nur: wer gestern "Report München" gesehen hat weiß, dass verdi den eigenen Arbeitnehmern 1,5% und einmalig 150,-€ angeboten hat. Eine Farce, das Ganze! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • mit kompetenten Vertretern Erst Haft – 09.02.10
    wäre es sicher möglich; solange es diese aber nicht gibt, wird weiter auf die primitivste Weise "verhandelt"; und die Allgemeinheit zu Einbußen genötigt. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Basar? ollit112 – 09.02.10
    Da hat mir Sven Holle aus dem Herzen gesprochen!
    Ich denke auch jedes Mal an einen arabischen Basar. Der eine verlangt viel, der andere bietet wenig ... und irgendwann trifft man sich in der Mitte ... wie müßig.
    Aber die Gewerkschaften brauchen ja ihre Daseinsberechtigung - und mit einem lauten und bunten Streik kann man wenigstens auf sich aufmerksam machen.
    Ach so: auch ich kann die meisten Forderungen der Arbeitnehmer verstehen - was aber nicht in jedem Fall das Handeln der Gewerkschaften rechtfertigt.
    Und: In Krisenzeiten wie heuer sollte man auch mal über den Tellerrand der höheren Lohnforderungen hinausschauen. Vielleicht sollte mal mehr Einfluss auf die Steuerpolitik genommen wedern!
    Zumindest mir gefällt mein Bruttogehalt - allerdings nicht das, was Netto dabei rauskommt! :-(
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